Freilebende Katzen

Ein Problem - auch im Landkreis Osterholz

In Deutschland gibt es geschätzt derzeit zwischen 2,0 und 3,2 Millionen freilebende Katzen. Dazu zählen ausgesetzte, zurückgelassene oder auch vernachlässigte Katzen und deren Nachwuchs. Katzen können sich sehr schnell vermehren (weibliche Katzenwelpen können ggf. schon ein halbes Jahr nach der Geburt selber wieder tragend werden). Wildgeborene Katzenbabys verwildern, weil „Katzenwelpen, die im Alter zwischen der dritten und der zehnten Lebenswoche keine Menschen kennengelernt haben“ ihr Leben lang scheu bleiben. „Sie kennen nur das Leben unter Katzen“ (Du und das Tier 2/2013). Auch im Landkreis Osterholz gibt es eine große Zahl dieser freilebenden und entsprechend verwilderten Katzen, die sich weiter unkontrolliert vermehren. „Viele von ihnen sind krank, unterernährt oder verletzt. Ihr Schicksal interessiert kaum jemanden, obwohl sie auf die Hilfe der Menschen angewiesen sind: Als domestizierte Haustiere sind Katzen nicht mehr in der Lage, sich und ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen“ (Homepage des Deutschen Tierschutzbundes, Stichwort: „Frei lebende Katzen“). Dies zeigt sich z.B. auch durch die hohe Zahl der hilfebedürftigen (kranken) Katzenbabys und Muttertiere, die unser Verein in den Pflegestellen mit großem Aufwand jedes Jahr versorgt. Die hohe Anzahl freilebender Katzen führt zu einigen Problemen. So können die Tiere gesunde Hauskatzen mit Parasiten, Seuchen oder Infektionen anstecken. Freilebende Katzen können auch hygienische Belästigungen verursachen (Kot in Gärten oder auf Spielplätzen, Markierungen unkastrierter Kater etc.) und natürlich führt eine hohe Zahl von frei lebenden Katzen auch zur Dezimierung frei lebender Wildtiere (z.B. Singvögel). Erschwerend hinzu kommt für die frei lebenden Katzen selbst, dass sie oftmals auch unter tierschutzwidrigen Umständen (mangelnde Ernährung, witterungsbedingter Stress bei Kälte, Nässe, Hitze, ggf. ressourcenorientierte Kämpfe mit Verletzungen, die dann nicht behandelt werden, usw.) leben müssen.

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Woher kommen frei laufende Katzen?
Freilebende Katzen haben sich ihr Schicksal nicht selber ausgesucht! Tatsächlich sind sie häufig eine Folge von Aussetzen (was verboten ist!), von Zurücklassen beim Umzug (auch verboten!) oder von unkontrollierter Vermehrung und Abwanderung der „zu vielen“ Katzen in einem Revier von einem menschlichen Besitzer. Im Landkreis Osterholz herrscht in einzelnen Gemeinden (Ritterhude, Stadt Osterholz, Hambergen, Lilienthal) eine Kastrationspflicht für Freigänger - Katzen. Insofern dürfte es diese abgewanderten Katzen (z.B. von Höfen, Ställen aber auch Privatleuten) dort inzwischen gar nicht mehr geben. Doch leider sieht die Realität derzeit noch anders aus und es gibt noch immer viele Katzen im gesamten Landkreis, die auf menschliche Hilfe angewiesen sind.

Tierschutz und Verantwortung für das einzelne Tier
Der Tierschutzverein OHZ e.V. ist dankbar für die Menschen, die sich um die Tiere kümmern und ihnen regelmäßig Futter hinstellen. Sie übernehmen damit an vielen verschiedenen Orten im Landkreis eine wichtige Aufgabe für einzelne Tiere, die der Tierschutzverein alleine niemals leisten könnte. Dabei übernehmen diese Personen aber auch die Verantwortung für das Tier und werden quasi auch zum Halter des Tieres. Dies wird in einzelnen Gemeinden teilweise auch so formuliert (z.B. in der „Gefahrenabwehrverordnung“ der Stadt Osterholz – Scharmbeck).

Wie der Tierschutzverein OHZ e.V. helfen kann
Das Katzenelend kann auch im Landkreis Osterholz nur durch die Kastration der frei laufenden Katzen verringert werden. Dafür macht sich auch unserer Verein stark. Erfahrene Mitglieder des Vereins unterstützen Sie gerne vor Ort durch fachliche Hilfe beim Einfangen der Tiere (der Verein stellt bei Bedarf Katzenfallen bereit) und stehen auch bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

Die Kostenübernahme für Kastration und Fütterung der Tiere, die sich an einzelnen Häusern bei Familien etc. eingelebt haben und dort auch Bestandteil des täglichen Familienlebens geworden sind, kann der Verein aber nicht übernehmen. Für herrenlose Katzen, die weiter wild leben werden, hat der Tierschutzverein die Möglichkeit, Gelder aus dem Kastrationsfond für den operativen Eingriff zuzusteuern. Dabei ist zu bedenken, dass der Kastrationsfond nur die Kosten der Kastration übernimmt. Die Kosten für die Erstuntersuchung, den Blut – Test (auf schwerwiegende, hoch ansteckende Erkrankungen), den Chip und sonstige Behandlungen der Tiere z.B. gegen Schnupfen, Flöhe, Wurmbefall gehen dann zu Lasten des Vereins. 

Die Katzen brauchen (auch) Sie!
Wir sind ein kleiner gemeinnütziger Verein mit wenigen aktiven Mitgliedern und können damit die weitere Vermehrung der Katzen nicht alleine verhindern. Dafür braucht es nach wie vor noch tierliebe Menschen, die die Verantwortung für einzelne Tiere übernehmen (eben durch die Kastration) und diese dann auch langfristig gut versorgen. Jeder, der diese Verantwortung übernimmt, kann dabei helfen, dass die Zahl der freilebenden Katzen im Landkreis Osterholz sinken wird.

1 - Nähere Informationen zu freilebenden Katzen erhalten Sie auch unter der Homepage der Katzenhilfe Bleckede e.V. oder beim Deutschen Tierschutzbund e.V. 

Author

Tim